Ignacio Uriarte
<i>Form und Farbe / Analyse und Synthese</i>
Philipp von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
Ignacio Uriarte
<i>Schriftzeichen</i>, 2017
Pigmented ink on paper
40,3 x 29,7 cm each (sheet size)
43,3 x 32,7 cm each (framed)
Set of 4 drawings
Ignacio Uriarte
<i>Squarewaves</i>, 2017
Paper installation on wall
Variable size
Ed. 1/3
Ignacio Uriarte
<i>Schwarzes Raster</i>, 2017
Document proof pen on paper
103,2 x 143,2 cm (sheet size)
108,2 x 148,2 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Form und Farbe / Analyse und Synthese</i>
Philipp von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
Ignacio Uriarte
<i>Rote Kreuze</i>, 2017
Document proof pen on paper
112,5 x 74,9 cm / 110,2 x 90,5 cm / 103,2 x 103,2 cm (sheet size)
117,5 x 79,9 cm / 115,2 x 95,5 cm / 108,2 x 108,2 cm (framed)
Set of 3 drawings
Ignacio Uriarte
<i>Rote Kreuze</i> (Detail), 2017
Document proof pen on paper
112,5 x 74,9 cm (sheet size)
117,5 x 79,9 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Rote Kreuze</i> (Detail), 2017
Document proof pen on paper
110,2 x 90,5 cm (sheet size)
115,2 x 95,5 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Rote Kreuze</i> (Detail), 2017
Document proof pen on paper
103,2 x 103,2 cm (sheet size)
108,2 x 108,2 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Negativ und Positiv</i>, 2017
Document proof pen on paper
51 x 53,2 cm / 133,5 x 103,2 cm (sheet size)
56 x 58,2 cm / 138,5 x 108,2 cm (framed)
Set of 2 drawings
Ignacio Uriarte
<i>Form und Farbe / Analyse und Synthese</i>
Philipp von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
Ignacio Uriarte
<i>Rautenquadrat</i>, 2017
Pigmented ink on paper
103,2 x 103,2 cm (sheet size)
108,2 x 108,2 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Ovales Echo</i>, 2017
Pigmented ink and document proof pen on paper
132,2 x 103,2 cm (sheet size)
137,2 x 108,2 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Dreiklang</i>, 2017
Typewriter on paper
103,2 x 36 cm each (sheet size)
106,2 x 39 cm each (framed)
Set of 3 drawings
Ignacio Uriarte
<i>Thirds</i>, 2016
Paper installation on floor
10 stacks of warm and cold A4 paper
Variable size
Ed. 2/3
Installation view
Ignacio Uriarte
<i>Kölner Leuchten 1</i>, 2017
Permanent marker on paper
42 x 29,7 cm (sheet size)
45 x 32,7 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Kölner Leuchten 2</i>, 2017
Permanent marker on paper
42 x 29,7 cm (sheet size)
45 x 32,7 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Kölner Leuchten 3</i>, 2017
Permanent marker on paper
42 x 29,7 cm (sheet size)
45 x 32,7 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Kölner Leuchten 4</i>, 2017
Permanent marker on paper
42 x 29,7 cm (sheet size)
45 x 32,7 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Kölner Leuchten 5</i>, 2017
Permanent marker on paper
42 x 29,7 cm (sheet size)
45 x 32,7 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Kölner Leuchten 6</i>, 2017
Permanent marker on paper
42 x 29,7 cm (sheet size)
45 x 32,7 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Kölner Leuchten 7</i>, 2017
Permanent marker on paper
42 x 29,7 cm (sheet size)
45 x 32,7 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Form und Farbe / Analyse und Synthese</i>
Philipp von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
Ignacio Uriarte
<i>Horizont 1</i>, 2017
Permanent marker on paper
55,3 x 84 cm (sheet size)
58,3 x 87 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Horizont 2</i>, 2017
Permanent marker on paper
55,3 x 84 cm (sheet size)
58,3 x 87 cm (framed)
Ignacio Uriarte
<i>Horizont 3</i>, 2017
Permanent marker on paper
55,3 x 84 cm (sheet size)
58,3 x 87 cm (framed)

Wir freuen uns, am 8. September 2017 um 18 Uhr im Rahmen der DC Open mit Form und Farbe / Analyse und Synthese unsere dritte Einzelausstellung mit Ignacio Uriarte zu eröffnen.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf die – einerseits – geometrischen und körperlich-skulpturalen Elemente und Qualitäten der im ersten Teil der Ausstellung gezeigten Zeichnungen und der Papierinstallation und – andererseits – auf die im zweiten Teil der Ausstellung zu erfahrende Synthese der verwendeten, gemischten Einzelfarben Schwarz, Blau, Rot und Grün, die Standartfarben der Bürowelt. Uriarte demonstriert uns also zwei unterschiedliche Modi (analytisch / synthetisch), mit Farbe und Formen umzugehen.

Schriftzeichen in den genannten Standartfarben führen in die Ausstellung ein. Jeder Zeichnung des Tetrachons ist eine Farbe und jeder Farbe ein als Zeichen bzw. Zeichenrudiment zu lesendes Element zugeordnet. Die "Zeichen" (ein "E" oder eine "3", ein "S", ein "L" oder ein "C") sind nicht eindeutig lesbar und sie wirken überdies wie zufällig auf's Blatt gefallen. Zugleich sind sie mit höchster Präzision gekritzelt. Das Kritzeln selbst, ein Zeichenprozeß, der in Uriartes Œuvre nicht unbekannt ist, ist seinerseits ein Schreiben in Andeutung.

Die anderen Arbeiten in diesem ersten, analytischen Teil der Ausstellung untersuchen „passende“ Formen für bestimmte Farben. Ein schwarzes rechteckiges Raster läßt negative Formen entstehen, wie Lichtquellen. Man kann aber auch an Fenstergitter oder Schokoladentafeln oder aufeinander gestapelte Fernseher denken. Für Uriarte jedenfalls gehörte "Schwarz" zum rechten Winkel, ganz wie die Objekte in der Montessori-Schule, die er als Kind besuchte. Rot wird bei Montessori dem Kreis zugeordnet. Dagegen zeichnet und kritzelt Uriarte eine kreisförmige Dynamik (Rote Kreuze), bei der Schritt für Schritt die beiden Achsen eines Kreuzes auseinandergefaltet werden. Fast skulptural wirken nicht nur die Blätter dieses Triptychons, sondern auch die beiden auseinandergezogenen Elemente aus Negativ und Positiv, bei denen das Blau zudem einen Verlauf zeigt, der wiederum auch eine Dreidimensionalität (Licht fällt auf eine runde Form) suggeriert.
Das Grün des Ovalen Echos entstand durch Kritzeln mit zwei unterschiedlichen Stiften. Eine Art von Demonstration der Verschiedenheit im vermeintlichen gleich-Sein, die überdies an zwei übereinander gelagerte Gläser denken läßt.

Die Analyse kulminiert dann in nachlesbaren, in regelmäßigen Steigerungen bestehenden Mischungen der Arbeit Rautenquadrat. Die Grundfarben werden in jedem kleineren, nach innen versetzten Quadrat mit jeweils einer weiteren Farbe gemischt, so daß die vier Seiten des kleinsten Quadrats jeweils aus allen vier Farben zusammengesetzt sind.

Im Untergeschoss werden die vier Farben dann als schmutzige, eher malerische und nicht mehr auseinanderzuhaltende Mischungen aufgetragen. Es findet eine Schichtung von Strichen bzw. – in der Installation Thirds, Blättern mit zwei unterschiedlichen Farbtönen (warmes Weiß und kaltes Weiß) statt, die die Einzelelemente verschwinden läßt.

Während die Arbeiten aus der Gruppe Kölner Leuchten 1–7 textile Assoziationen hervorrufen, lassen die Horizonte 1–3 an Landschaften der simpelsten Art denken. Verläufe suggerieren Raum, der Verzicht auf Farbe im oberen Bereich eines Blattes entspricht dem titelgebenden Horizont einer Landschaft. Ist es niederrheinisch (Landschaft der Kindheit Uriartes), wo man schon am Samstag weiß, wer am Sonntag zum Kaffee kommt? Nein, so narrativ-anekdotisch ist er und arbeitet er nicht, aber er erlaubt mit diesen synthetischen Farbspielen derartige Assoziationen an – zum Beispiel – klassische Malerei.

Ignacio Uriarte ist für Werke bekannt, für die er seit jeher Utensilien aus der banalen Welt des Büroalltags nutzt. Durch Wiederholungen von beiläufigen Gesten und durch die Dekontextualisierung der verwendeten Materialien entstehen Arbeiten, die sich formal und inhaltlich auch auf die Minimal Art und Konzeptkunst der 1960er und 70er Jahre beziehen. Neben Zeichnungen umfasst sein Œuvre auch Installationen, Videos und Soundarbeiten.

In den letzten Jahren wurde er in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen international gewürdigt. Seine Werke be nden sich u.a. in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, den Sammlungen der Berlinischen Galerie, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München, Museum Ludwig in Köln oder der Fundación Colección JUMEX in Mexiko. Aktuell (bis 29.10.2017) stellt er in der Gruppenausstellung Art & Alphabet in der Hamburger Kunsthalle aus.

 

Für weitere Informationen und / oder Abbildungen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

We are pleased to announce with Form und Farbe / Analyse und Synthese the opening of our third solo exhibition with Ignacio Uriarte on the occasion of this year's DC Open on September 8, 2017 at 6 pm.

The title of the exhibition on the one hand refers to the geometrical and physical-sculptural elements and qualities of the drawings and the paper installation in the first part of the show. On the other hand it relates to the viewing experience in the second part of the show that can be described as a synthesis of the four employed colors black, red, green and blue – the standard colors of our office worlds. Uriarte is thus using two different ways of dealing with form and color.

Characters (Schriftzeichen) done in these basic colors introduce the exhibition. For each of the four drawings a color has been chosen and each color is again allocated to a sign, respectively as a rudiment of a sign. The "signs" (an "E" or a "3", an "S", an "L" or a "C") are ambiguous and give the impression as if they had randomly fallen onto the paper. But at the same time they have been scribbled with the greatest precision. When it comes to Uriartes oeuvre we are familiar with the act of scribbling as a drawing process, which at the same time is an implication of writing in its most basic form.

The other works of the first, analytic half of the exhibition examine "proper" forms for certain colors. A black, rectangular grid lets negative forms arise from the paper like sources of light. One could also think of latticework, chocolate bars or TV screens stacked onto each other. Anyway, Uriarte relates the color black to the right angle, just as squares were considered to be necessarily black in the Montessori school he went to as a child. According to Montessori, the color red is assigned to a circle. Uriarte, however, draws and scribbles circular dynamic shapes in which the axes of a cross are gradually being folded apart. Not only the pieces of this triptych (Red Crosses / Rote Kreuze) seem almost sculptural, but also the two elements of Negativ und Postiv (Negative and Positive), that have seemingly been pulled apart. Here, the blue shows a color gradient that suggests a three-dimensionality, just as if light fell onto a round object. The greens of Ovales Echo (Oval Echo) slightly differ as a result of scribbling with two different pens. It's like a demonstration of the difference in the supposed sameness, and reminds us of two glasses overlaying each other.

The analysis culminates in Rautenquadrat (Rhombus-square), which is a readable and steady climax of mixture. The basic colors are being mixed with one more colour in each smaller square moving inwards. As a result, in the smallest square each side consists of all of four colors.

On the gallery's lower floor the four colors are then being applied in a dirtier and very painterly mixture, making a distinction impossible. We see a layer of lines or – as is the case with the installation Thirds – papers (in two different colors, a warm and a cold white), in which the single elements disappear.

While the 7 works of the group Kölner Leuchten 1–7 (Cologne Glow 1–7) do evoke textile associations, Horizonte 1–3 (Horizons 1–3) remind us of the most simple sort of landscape. Gradients suggest space while the lack of color in the top part of the drawings may symbolize the horizon, as suggested in the title. So, is this alluding to the lower Rhine region, where Uriarte grew up and where you already know on Saturday, who is coming for tea on Sunday? No, Uriarte is not working as narratively or even anecdotical. However, his synthetical color play allows the viewer such associations with – for example – classic painting.

Ignacio Uriarte gained recognition for his work by using tools of the mundane, daily office life. Through the repetition of casual gestures and the decontextualization of used materials works come into being that refer in form as well as in content to the Minimal and Concept Art oft he 1960s and 1970s. Alongside drawings, his oeuvre also consists of installations, videos and sound works.

Throughout the last years Uriarte has been included in numerous international solo and group exhibitions. Some of his works are part of the Sammlung zeitgenössicher Kunst der Bundesrepublik Deutschland, the Sammlungen der Berlinischen Galerie, the Städtische Galerie im Lenbachhaus in Munich, Museum Ludwig in Cologne and the Fundación Colección JUMEX in Mexico. At the moment Uriarte is part of the group show Art & Alphabet at Kunsthalle Hamburg (through October 29, 2017).

 

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