CROPPED
<i>Artists from European Academies</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
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<i>Artists from European Academies</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Figge von Rosen Galerie, Cologne
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<i>Artists from European Academies</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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<i>Artists from European Academies</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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<i>Artists from European Academies</i>
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<i>Artists from European Academies</i>
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Zum Abschluß unseres ersten Galeriejahres zeigen wir mit CROPPED Werke von 15 Künstlerinnen und Künstlern, die uns bei den Rundgängen der Akademien in Karlsruhe, Köln, Leipzig, Braunschweig, Hamburg und Amsterdam aufgefallen sind. Auch wenn sich in dieser Liste das im Titel vollmundig angekündigte europäische Element nicht ohne weiteres ablesen läßt, haben wir eine Gruppe mit internationalen Künstlern aus Deutschland, England, Kuba, Polen und Spanien zusammen bringen können. Die Arbeiten in unterschiedlichen Techniken wie Collage, Fotografie, Malerei, Skulptur, Video und Zeichnung lassen sich zwar nicht unter einen gemeinsamen thematischen Nenner bringen; man kann sie jedoch vier Gruppen zuordnen, die grob mit den Begriffen "selbstreflexiv", "gender", "klaustrophobisch" und "mystisch" zu attribuieren sind. Insgesamt fügen sich die Werke zu einem starken Gesamteindruck zusammen, in dem sich das weite Spektrum aktueller künstlerischer Auseinandersetzung andeutet.

Während die Filmstills aus der Videoperformance Phone Sex Hotel von Tim Stüttgen seine Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Isolation widerspiegeln, geben sie zugleich einen Eindruck von der Vielseitigkeit der Medien wie Performance, Video und Fotografie, die Stüttgen für seine Arbeit heranzieht. Videoperformances im Sinne einer publikumslosen Selbstinszenierung vor der Kamera zeigen auch Freya Hattenberger und Tamara Lorenz. Hattenbergers Videoarbeit Ich bin's! läßt sich als ironische Selbstvergewisserung lesen; bei Lorenz' Drag and Drop muß sich der Zuschauer einer mechanischen Behandlung einer Mülltüte den Vorwurf "honi soi qui mal y pense" vorhalten lassen. Anders als bei Stüttgen, der Photographien aus seinen Filmen auskoppelt, führen die Performances von Hattenberger und Lorenz die Künstlerinnen über das jeweilige Thema hinaus zu völlig neuen Arbeiten mit eigenständigem Werkcharakter.

Ganz anders funktionieren die Werke von Björn Braun, Glenda León, Christof Mascher, William Monk oder Katrin Riedel, die sich auf die eine oder andere Weise mit den Entstehungsbedingungen ihrer Werke und der von ihnen verwandten Techniken auseinandersetzen. Wieviel Information transportiert die Farbe auf der Leinwand fragt etwa Mascher, dessen Gemälde nur vordergründig zum Beispiel Zirkuszelte zeigen, im Grunde aber als abstrakte Kompositionen in einer utopischen Landschaft zu lesen sind. Das malerische Substrat der Landschaftsmalerei entwickelt Monk in seiner Serie von Gemälden des immergleichen Motivs Institute, aus der wir ein Beispiel zeigen. Wie sich figurative Signifikate einer gefundenen Fotografie (wie etwa ein abgebildeter Baum) und auch formale Elemente eines gefundenen, realexistierenden Gegenstandes (zum Beispiel eine Schallplatte) in formal abweichende und auch neue Inhalte suggerierende Werke transformieren lassen, beschäftigt Braun und León. Was das spezifische Material eines Gegenstandes ist und welche Rolle Klischees in der Wahrnehmung spielen, beantwortet Riedel mit ihrem überdimensionalen Kristall. Und schließlich erklärt Ditz, worin das Verhältnis von Text und Bild in der Malerei bestehen kann und wie schwer es ein etwa erhobener Anspruch auf Gültigkeit bildnerisch-textueller Aussagen hat.

Positiver hinsichtlich der Möglichkeit, verständliche und kommunizierbare Aussagen mit ihren Werken zu machen, sind dagegen Eli Cortiñas Hidalgo, Fränze Hoppe und Paul Sochacki. "Positiv" im engeren Sinne sind diese Äußerungen allerdings nicht, sie haben vielmehr ein klaustrophobisches Element, das sie miteinander verbindet: Der deutsche Schäferhund von Sochacki etwa läuft im Kreis vor seiner Hütte und hat keine Chance auf eine Erweiterung seiner Perspektive, ein chancenloses Leben. Nur eine scheinbare Hommage an den der Hütte vergleichbaren Ort für den Menschen liefert Cortiñas Hidalgo, wenn sie in ihrem Videoloop die Dorothy (Judy Garland) aus dem Zauberer von Oz das manische Mantra "there is no place like home" repetieren läßt. Der vermeintlich heimelige Ort, das Zuhause, gerät hier zum krankhaft engen, keinen Ausweg erlaubenden Gefängnis. Und auch die Zeichnungen von Fränze Hoppe, die sich um die Bewegungen ihrer Protagonisten und vor allem um das Festgefroren-Sein dieser Personen auf dem meist kleinen Papier dreht, können als "klaustrophobisch" beschrieben werden. "Bewegungen" sind hier nurmehr als Appell oder Hoffnung vorhanden, tatsächlich herrscht ein inhaltlicher wie formaler, insgesamt gesehen jedenfalls beklemmender Stillstand.

Auch bei Regine Müller-Waldeck wird die Bewegung ihrer Windsbräute in einen beklemmenden Stillstand überführt. 24 in Wachs getränkte Röcke suggerieren den militärischen Gleichschritt einer Mädchenarmee, deren Ziel im Dunkeln bleibt. Die Abwesenheit der mutmaßlich harmlosen Trägerinnen der Röcke läßt allerdings befürchten, daß ihnen Gewalt angetan wurde. Mit Gewalt haben auch die Skulpturen von Thomas Straub zu tun. Eine Maske, die man in Gummi oder Leder aus der Sadomaso-Welt kennt, deutet allerdings – in Holz geschnitten – eher auf eine theoretische Beziehung zur Gewalt hin. Die Transformation der mit ganz bestimmten Materialien konnotierten Maske in einen Gegenstand, dessen übliche Funktion nicht nur unterlaufen, sondern geradezu unmöglich wird, führt zur abstrakten Assoziation der gewaltsamen Vorgänge. Und auch die Haube, mit der sich Ski- und Motorradfahrer vor Kälte schützen, gerät bei Thomas Straub zu einem Gewalt assoziierenden Element einer Skulptur, bei der der Kopf des Trägers auf unerklärliche Weise zu einem die Augenlöcher durchstoßenden Ast geworden ist. Die Zeichnungen und Gemälde von Patrick Farzar suggerieren schließlich Geschichten und Geschehnisse, die sich nicht wirklich deuten lassen. Das Bildpersonal scheint einer kindlichen Phantasiewelt zu entspringen. Daß jedoch beispielsweise ein mutierter Hirsch sich selbst erschießt und damit den Jäger ersetzt, überführt das Sujet in eine surreale und eben auch mystische Welt.

Für weitere Informationen und/oder mehr Bildmaterial wenden Sie sich bitte an die Galerie.

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We will close the first year of our gallery with the group show CROPPED with works by 15 artists, which we saw first during exhibitions at their respective academies in Karlsruhe, Cologne, Leipzig, Braunschweig, Hamburg and Amsterdam.

Even if this list of academies is not as international as we suggest with our exhibition's title, the group of artists coming from Germany, England, Cuba, Poland and Spain is international indeed.
The works have been created in diverse techniques such as collage, photography, painting, sculpture, video and drawing and they cannot be brought down to one common denominator; however, four different terms can be attributed to them: whereas the term "gender" can be ascribed to the works by Freya Hattenberger and Tamara Lorenz (both KHMs Cologne) as well as by Tim Stüttgen (HfBK Hamburg), the works by Björn Braun and Katrin Riedel (both Art Academy Karlsruhe), Cordula Ditz (HfBK Hamburg), Glenda León (KHM Cologne), Christof Mascher (HBK Braunschweig) and William Monk (de Ateliers Amsterdam) are "self-reflexive" insofar as they deal in one way or another with the conditions of their production and with the techniques used to produce them. Contrary to that, Eli Cortiñas Hidalgo (KHM Köln), Fränze Hoppe (HBK Braunschweig) and Paul Sochacki (HfBK Hamburg) work with contents that can be loosely described as "claustrophobic". 

And finally the contents of the works by Patrick Farzar (HfBK Hamburg), Regine Müller-Waldeck (HGB Academy of Visual Arts Leipzig), and Thomas Straub (Kunstakademie Karlsruhe) are somewhat "mystic".

All in all, the works form a strong impression in which the wide spectrum of contemporary artistic analysis is represented.

For more information and/or more images please call the gallery.