Unsere Reihe von Videofilmvorführungen in unserem Raum für Video setzen wir mit zwei Gruppen von Filmen fort, die sich unter den Titel Amerika. Wie zeitgenössische Videokünstler die USA sehen subsumieren lassen.
Die erste Gruppe wird am kommenden Mittwoch, den 18. Oktober, die zweite am 16. November, jeweils um 19.30 Uhr eröffnet.

Die USA werden täglich in unseren Nachrichtensendungen und Zeitungen erwähnt. Dabei dominieren kritische Auseinandersetzungen mit dem Krieg im Irak, dem Verhalten im Kampf gegen tatsächliche oder vermeintliche Terroristen oder – generell – mit einer als arrogant gescholtenen Überheblichkeit. Diese direkte Kritik steht jedoch nicht unbedingt im Mittelpunkt der Wahrnehmung der USA durch die Künstler. So zeigen die von uns ausgewählten Videoarbeiten, daß es jenseits konkreter, politischer Stellungnahmen Untersuchungen der kulturellen Grundlagen der Grand Nation gibt.

Am Mittwoch den 18. Oktober zeigen wir wie der in New York lebende Deutsche Christian Jankowski in seinem The Holy Artwork einen Fernsehgottesdienst zum Kunstwerk macht. Für den Betrachter bleibt dabei unklar, inwieweit es sich um eine fiktive Darstellung, also um die eigens für das Kunstwerk inszenierte Aufführung eines solchen Fernsehgottesdienstes bzw. um einen durch Jankowskis Auftritt veränderten "echten" Fernsehgottesdienst handelt. Die Grenzen zwischen "echt" und "unecht" werden verwischt und mit dieser grundsätzlich medienkritischen Beobachtung ist der Film als passender Einstieg in unsere Reihe über die USA zu sehen.

Klarer ist insoweit allerdings die Israelin Tamy Ben-Tor, die in ihren Filmen Normal und Amerikanische Schweinerei die US-amerikanische Arbeits- und Konsumwelt karikiert.

Demgegenüber läßt Corinna Schnitt in Living a Beautiful Life die Grenzen zwischen einem von vielen erträumtem und dem tatsächlichen Leben der US-amerikanischen Oberschicht verschmelzen, wenn sie zwei Schauspieler von ihrem vermeintlichen schönen Leben so erzählen läßt, daß der Betrachter erst sehr spät zu vermuten beginnt, daß es sich hier um eine überspitzte Fiktion handelt. Zweifellos ist aber das Drehbuch durch Schnitts deutsche Sicht auf die USA geprägt.

Die konzeptuelleren Filme des Iren Paul Rowley und des Amerikaners David Phillips, z.B. Condensate, Security Fugue und Motion Test, sind wiederum eher als Abstraktionen von USA-Klischees, die sich auf sicherheitspolitische Vorstellungen beziehen, zu lesen. Dem Betrachter wird suggeriert, er könne alle möglichen Situationen beherrschen.

Wir beenden den Abend mit Filmen des Südafrikaners Ed Young. Während er in Damn those Bitches Represent den allgemein, besonders aber in der Sportwelt und den Medien der USA vorherrschenden Sexismus aufs Korn nimmt, schießt er sich – im wahrsten Sinne des Wortes – in Killing Teddy auf die als Normalfall zu konstatierende Gewalt in der Gesellschaft ein.

Für weiter Informationen und/oder Abbildungen wenden Sie sich bitte an die Galerie.

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We continue our series of screenings in our Raum für Video with two groups of films that can be subsumed under the title America. How Contemporary Video Artists See the USA. The first screening will be on Wednesday, October 18, the second on November 16, each time at 7.30 pm.

The USA are mentioned regularly in our daily news. These statements are dominated by critical positions towards the war in Iraq, the fight against real or presumed terrorists or – more generally spoken – the arrogance towards other forms of life. However, this kind of direct criticism is not what stands in the focus of artists seeing the US. The works we selected can be seen as researches of the cultural bases of the Grand Nation, not necessarily bound to a specific political positioning.

On Wednesday, October 18, we will show how the German artist Christian Jankowski, living in New York, in his film The Holy Artwork turns a service of a televangelist into a piece of art. For the viewer it remains unclear if it is a fictive representation of a real TV-service, that is, a theatrical scenery, or if it is a "real" TV-service manipulated by the interference of Jankowski. The boundary between "real" and "unreal" is blurred and such a self-reflective background is a good start for our screenings of films about the USA.

As far as regards the levels of reality the Israeli artist Tamy Ben-Tor is clearer in her films Normal and Amerikanische Schweinerei which caricature the US-american work life and consumer mentality.

Contrary to Ben-Tor's clear position, Corinna Schnitt melts the boundaries between the real and the presumably real life of the US-upper class dreamed of by many in Living a Beautiful Life. She lets two actors talk about their life and the viewer understands only very late that it is a pointedly told fictitious narration. Without a doubt, the course of this narration has been generated by Schnitt's German view on the American culture.

The more conceptual films by Irish artist Paul Rowley and the American David Phillips, i.e. Condensate, Security Fugue and Motion Test, are again to be seen as abstractions of US-stereotypes, in this case stereotypes that regard the ideas of security. To the viewer is suggested that he, respectively the US-society, can control all kinds of dangerous situations.

We close the evening with films by South African artist Ed Young. While he targets in Damn those Bitches Represent the dominating sexism in the US society, he points in Killing Teddy to the violence that has to be considered – sadly enough – a normality.

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