<i>Ulrich Rückriem – Rémy Zaugg</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
<i>Ulrich Rückriem – Rémy Zaugg</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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<i>Ulrich Rückriem – Rémy Zaugg</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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<i>Ulrich Rückriem – Rémy Zaugg</i>
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Am 23. Juni 2006 um 19.00h eröffnen wir die Ausstellung von Ulrich Rückriem und Rémy Zaugg. Die Werke der beiden in den siebziger Jahren berühmt gewordenen Künstler werden zum ersten Mal zusammen gezeigt. Anlaß für diese Doppelausstellung ist das Projekt Schatten der Steine von Ulrich Rückriem, in dem der Kölner Bildhauer seine bisherige Arbeitsweise zugunsten einer abstrakteren Auseinandersetzung mit Steinvolumina im Raum aufgibt.

Statt wirkliche Steine zu installieren, projiziert Rückriem Quader in den vier Grundformen seines Werkes (Kubus 90 x 90 x 90 cm, Stehle 180 x 60 x 60 cm, stehende Scheibe 180 x 40 x 120 cm, liegende Scheibe 30 x 120 x 180 cm) mit Hilfe eines Graphitauftrags so in den unteren Raum der Galerie, daß sich ihre Seitenflächen bzw. Grundflächen im Verhältnis 1:1 auf den Wänden bzw. dem Boden abbilden. Dabei werden die Schatten der Steine so auf ein ihren Grundflächen angepasstes Raster gesetzt, daß sie sowohl auf der vertikalen als auch auf der horizontalen Achse frei stehen und daß eine imaginäre Lichtquelle die nebeneinander stehenden Steine nicht durchdringen könnte. Rückriem wählt für dieses Projekt eine von 576 denkbaren Konstellationen, andere wurden bereits in Oxford (Museum of Modern Art) und Hamburg (Galerie Sfeir-Semler) realisiert, weitere werden u.a. im Sprengel-Museum in Hannover folgen. Mit dieser Transformation der dreidimensionalen Skulptur in eine Wandzeichnung, die die Volumina nur noch abbildet, vollzieht Rückriem eine Gegenbewegung zu einer Malerei, die das Gemälde von seiner repräsentierenden Funktionalisierung befreien will und – teils jedenfalls – sogar konkrete Formen und Körper hervorbringt.

Letzteres ist die Malerei mit der sich der Schweizer Künstler, Architekt und Theoretiker Rémy Zaugg (1943-2005) seit Ende der sechziger Jahre auseinandersetzte, als er begann seine eigenen gegenständlichen Gemälde mit einer dunklen Farbe zu übermalen und somit die Illusion des Bildraumes zu zerstören. Die Farbe sollte nichts mehr vortäuschen, sondern Bestandteil eines Objektes sein, das den Raum des Betrachters teilt, ohne – wie das traditionelle Bild – in einen anderen, illusionären Raum zu verweisen. Sollte in dieser Phase noch allein die Objekthaftigkeit des Bildes zur Wahrnehmung gebracht werden, geht Zaugg ab 1972 darüber hinaus. Mit seinen Übermalungen im Ton der Grundierung rückt Zaugg die grundierte Leinwand selbst, das Trägermaterial des eigentlichen Bildes, ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dabei wird die grundierte Leinwand von der konstitutiven Bedingung des Bildes zu seinem eigentlichen Gegenstand. Sie ist in der Sprache der Semiotik, mit der sich Zaugg zu dieser Zeit auseinander setzte, Zeichen und Bezeichnetes zugleich.

In der Ausstellung Voir le voir zeigen wir fünf Arbeiten aus verschiedenen Werkgruppen der neunziger Jahre, in denen Zaugg seine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Bild und Betrachter durch die Einbeziehung von Text radikalisiert. Das Bild spricht zum Betrachter. Richtet es sich aber in den früheren textbasierten Werken, wie DIES/HIER/HIER von 1990/96 noch an den Betrachter, um ihn zur Wahrnehmung aufzufordern, gibt Zaugg in den sogenannten Neuen Bildern diese Bezogenheit auf den Betrachter mit Texten wie ICH/DAS BILD/ICH/FÜHLE in der Arbeit N.B. 89 von 1999 auf und erhebt das Bild selbst zum eigenständigen Subjekt, dem Eigenschaften und Gefühle zukommen.

Für weiter Informationen und/oder Bilder wenden Sie sich bitte an die Galerie.

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On June 23, 2006 at 7.00 pm we inaugurate our exhibition with works by Ulrich Rückriem and Rémy Zaugg. Their works will be shown together for the first time. This exhibition has been motivated by Rückriem's project Shadows of the Stones in which the Cologne-based sculptor abandons his regular working with stones in real spaces and uses a more abstract way of expression.

Instead of installing real stones, Rückriem does as if he projects light on four volumes of a sculpture which is already existing (cube of 90 x 90 x 90 cm, pole of 180 x 60 x 60 cm, standing slab of 180 x 40 x 120 cm, lying slab of 30 x 120 x 180 cm) on the gallery's floor resp. on two walls. He depicts these fictive projections with graphite in the proportion 1 : 1. With this transformation of a three-dimensional sculpture into a walldrawing which just represents the volumes, Rückriem performes a counteraction to a kind of painting which tries to liberate this genre from its supposed function to represent reality and which sometimes even creates concrete forms and bodies.

This is the kind of painting which interested the Swiss artist, architect and theorist Rémy Zaugg (1943–2005) since the late sixties when he began to paint over his own figurative paintings with dark color, thereby destroying illusionary effects of the works. Zaugg wanted that color should not depict anymore but it should be part of an object that shared the space with its viewer – without alluding to an illusionary third space. In our exhibition Voir le voir we show five works from different groups of the nineties in which Zaugg became – by introducing texts to his paintings – even more radical as far as regards the way he tackled the problems derived from the relation of work and viewer: in a way, the painting started to talk to the viewer. Whilst in earlier examples, like DIES/HIER/HIER from 1990/96 the viewer is directly approached, Zaugg lets the works of his so-called New Images just develop their own personality, as is shown by texts like ICH/DAS BILD/ICH/FÜHLE, in N.B. 89 from 1999.

At the opening we present a printed transformation of the Shadows of the Stones-project which has been created in particular for our exhibition. The edition (of 24) consists of 3 x 4 sheets which represent the wall- resp. floorplan of our main work.

For further information and/or images please contact the gallery.