Anna K.E.
<i>A Bandit fron the Brick Factory</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
Anna K.E.
<i>A Bandit fron the Brick Factory</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
Anna K.E.
<i>A Bandit fron the Brick Factory</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Anna K.E.
<i>A Bandit fron the Brick Factory</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Anna K.E.
<i>A Bandit fron the Brick Factory</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Anna K.E.
<i>A Bandit fron the Brick Factory</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Anna K.E.
<i>A Bandit fron the Brick Factory</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Anna K.E.
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Anna K.E.
<i>A Bandit fron the Brick Factory</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Wir freuen uns sehr, am 15. November A Bandit from the Brick Factory mit Arbeiten von Anna K.E. zu eröffnen. In unserer zweiten Einzelausstellung mit der Künstlerin zeigen wir die zwei neuen großformatigen Zeichnungen I Suppose My Doctor Is Dead, die Installationen After Party 01!–03!, die Drei-Kanal-Videoinstallation mit dem Titel Multiple Keyhole sowie drei weitere Videos.

Anna K.E. führt in die Ausstellung mit den Installationen After Party 01!–03! ein. Das sind drei MDF-Holzgestelle mit je einer Bildtafel. Eine von innen mit einer Neonleuchte erleuchtete Bank lädt zum sitzen und zur Betrachtung des Bildes ein. Die Situation ruft Assoziationen an Kirchengestühl, Kapellen, Altäre genauso wie an Kinos hervor, Orte also, die auf der einen Seite für religiöse, "absolute Wahrheiten" und auf der anderen Seite für Illusion stehen. Gespiegelt wird diese Bandbreite auch durch das Bild: eine geplottete und großgezogene DinA4-Zeichnung, die vor allem Schatten zeigt. Das Medium der Zeichnung kann normalerweise als ein besonders authentisches, wahres und ehrliches Medium beschrieben werden, in der Form des Ausdrucks einer digitalen Konserve dieser Zeichnung besteht natürlich eine spielerische Täuschung. Und auch der Schatten selbst ist zwar authentisch und real, denn es ist immer der Schatten von etwas, das da ist, gleichwohl ist der Schatten eben nur das Abbild des Objektes.

Jedes dieser drei Elemente kann als ganz individuelles Ein-Personen-Objekt beschrieben werden. Anna K.E. hat jedoch in unserer Ausstellung durch die Kombination der drei After Parties eine raumgreifende, prozeßhafte Gesamtinstallation geschaffen. Nicht nur sind die drei Element ineinander verkeilt, sondern eine der Bildtafeln steht wie beiläufig am Rande, ist nicht montiert und verweist somit auf den Auf- oder Abbau der Konstruktion. Jedenfalls: Statt dieser (vermeintlichen) Projektion sehen wir auf der Wand daneben einen Film: Anna K.E., die auch eine Ballettausbildung hat, tanzt das berühmte Solo Sterbender Schwan. Statt eines Tutus trägt sie eine schwere Holzkonstruktion, die an Bettgestelle denken lässt. Während sie in der ersten Aufführung noch sehr nah am klassischen Formenrepertoire agiert (kleine seitwärts gerichtete Schritte und Flügelschlagen mit den Armen), entfernt sie sich peu à peu, nicht zuletzt auch aus Erschöpfung, von diesem Ideal, bis sie zuletzt nur noch abstrakte Schritte zu leisten im Stande ist. Das Geschehen spielt sich allerdings im Hintergrund des gefilmten Bildes ab, der Vordergrund wird von einem intensiv beleuchteten Tisch im Atelier der Künstlerin beherrscht. Der Tisch kann als Bühne beschrieben werden, genauso wie die After Party-Installationen auch als Bühnenelemente mit Kulissencharakter gesehen werden können.

Das Spiel mit digitalen und analogen Welten setzt Anna K.E. in den beiden weiteren Videoinstallationen, die den After Party-Parcour ergänzen, fort: ca. 150 Fotografien, teils abstrakt–formale Schilderungen, teils wie privat wirkende Schnappschüsse von Reisen, werden als "Slideshows" wiedergegeben und zwar inklusive des typischen Diakarusselgeräusches. Jedoch: weder klackert hier ein Karussel, noch beschränkt sich Anna K.E. auf den Rhythmus eines solchen Apparates, sondern sie steuert sehr bewusst die Länge einer jeden Darstellung und setzt das Geräusch digital ein.

Auch die Stellagen der beiden übergroßen Zeichnungen I Suppose My Doctor Is Dead greifen auf das Moment der Konstruktion in der Ausstellung zurück. Statt an einer Wand zu hängen und von einem Rahmen geschützt zu werden, sind die Zeichnungen auf die Holzgestelle gepinnt und setzen so das "gebaute", performative ihres Entstehungsprozesses fort: Anna K.E. zeichnet auf dem Boden, ein Wechsel von impulsiven Gesten und obsessiver Arbeit am Detail prägt die Produktion. "Prägt" im wahren Sinne des Wortes, denn Anna K.E. läuft über die Zeichnungen und Spuren davon sind allenthalben zu sehen. "Digital" ist hier nichts mehr, wir erfahren als Betrachter die ganz authentische Realität des fragilen Papiers und der vielfältigen Techniken mit denen dieses bearbeitet wird. Die Gestelle haben Rollen und so können die Zeichnungen, die in ihrer aktuellen Konstellation wiederum einen Bühnenraum umschreiben und einen Dialog der Zeichnungen suggerieren, hin- und hergefahren, ständig verändert werden.

Die Videoinstallation Multiple Keyholes besteht aus drei geloopten Projektionen. Zentral ist ein 15-minütiger Film, der Anna K.E. contre-jour bei einer Bewegungsabfolge auf dem Fenstersims ihres New Yorker Ateliers zeigt. In diesem Tanz beschreibt sie Hieroglyphen–ähnliche Formationen mit denen sie formal auf das Gitter der Fensterkonstruktion Bezug nimmt. Man meint, ihren Tanz lesen, die dargestellten Symbole verstehen zu können. Am Ende des Films zeigt Anna K.E. eine Weißüberblendung und markiert so die Wiederauferstehung, den Startpunkt des geschilderten und an Sysiphos gemahnenden Dramas.
Links von dieser Projektion werden nur die fast stillgestellten Symbole gezeigt, rechts hingegen mit schnellem 11-sekündigem Rhythmus der finale Absturz der Künstlerin.

Für weitere Informationen und/oder Abbildungen, wenden Sie sich bitte an die Galerie.

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We are proud to inaugurate on November 15 A Bandit from the Brick Factory with works by Anna K.E. In our second show with the artist we show the two large-scale drawings I Sup­pose My Doctor Is Dead, the installa­tio­ns After Party 01!–03!, the three channel vi­deo installation with the title Multiple Key­hole as well as three more videos.

Anna K.E. opens up her show with the installations After Party 01!-03!. We see three MDF-frames with one image each. A bench, enlightened by a neon bulb invites us to sit down and to contemplate the image. The situation reminds us of pewage, chapels, al­tars as well as cinemas, that is: places that stand, on the one side, for religious, "ab­so­lute truths", and on the other side for Illusion. This scope is also mirrored by the image: a plotted and enlarged DinA4-drawing that shows mainly shadows. The media "draw­ing" can normally be considered as a particularly authentic, truthful and honest media. In the form of a digital copy, however, we are confronted by a playful deception. And the shadow itself is something real and authentic, because it is always the shadow of some­thing that exists. But the shadow is also only the image of this object.

Each of these three elements can be described as an individual one-person-object. How­ever, fort his exhibition, Anna K.E. has combined the three After Parties and created a spatial, process-like total-installation. Not only are the three elements interlocked. But one of the images is placed casually aside; it has not been mounted and – thus – points towards the process of installing or de-installing the construction. In any case: instead of seeing the (alleged) projection, we see at the wall to the side of this installation a film: Anna K.E., who has been also educated as a ballet dancer, dances the famous solo Dying Swan. Instead of a tutu she wears a heavy wooden construction that reminds us of a bedframe. While she is performing a first round of this solo very close to the classic re­pertoire of steps (small sidewise placed steps and wing-like movements of the arms), she is – due to exhaustion – loosing more and more control of her body and of the ideal form during the next rounds until the point she is only able to do kind of abstract steps. All this happens in the background of the filmed image. The foreground is dominated by an intensively illuminated table in the artist's studio. This table can be described as a stage in the same way in which the After Party-in­stal­lations can be seen as scenic stage elements.

The game with the digital and analogue worlds is continued by Anna K.E. in the two more vi­deo ­installations that complete the After Party-parcour: around 150 photographs, partly ab­stract-formal depictions, partly seemingly intimate snapshots from trips around the world, are presented as slideshows, including the typical sound of a moving slide-ca­rousel. However, there is neither a clicking carousel nor is Anna K.E. reducing the se­quence to the rhythm of such an apparatus. She is rather controlling consciously the time each image is shown and she is adding the clicking sound digitally.

The stillages of the two oversized drawings I Suppose My Doctor Is Dead recur to the idea of "construction" in this exhibition. Instead of showing them hanging on a wall, pro­tecting them with frames, these drawings are nailed down to the stillages and thus con­tinue the constructive and performative attitude of their production process: Anna K.E. works on the floor. Her production is alternating between impulsive gestures and obses­sive, detailed work. She is walking on her drawings and traces of these movements can be seen all over. There is nothing "digital", we experience the authentic reality of the fra­gile paper and the multiple techniques with which it has been treated. The stillages have rolls and thus the drawings, that create in their current constellation a scene and suggest a dialogue between themselves, can be constantly moved around.

The video installation Multiple Keyholes consists of three looped projections. The central piece is a 15-minute film that shows Anna K.E., filmed contre-jour, performing a se­quence of movements on the window sill in her New York studio. In this dance she is show­ing formations that resemble hieroglyphs; in the same time, these movements are re­lated to the grid of the large window and its frames. One is tempted to think that one can understand the symbols. In the end of the film the image dissolves and only white re­mains. This is the mark for the resurrection and it is also the starting point for the dra­ma reminiscent of the Sisyphus-saga. To the left of this projection, only the symbols are shown, to the right we see in a 11-se­cond rhythm the final fall of the artist.

For further information and/or images please contact the gallery.