John Smith
<em>Associations</em>, 1975
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>Associations</em>, 1975
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>Associations</em>, 1975
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>Associations</em>, 1975
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>Associations</em>, 1975
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>Associations</em>, 1975
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>The Black Tower</em>, 1985–87
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>The Black Tower</em>, 1985–87
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>Lost Sound</em>, 1998–2001
(Collaboration with Graeme Miller)
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin
John Smith
<em>Lost Sound</em>, 1998–2001
(Collaboration with Graeme Miller)
Video still
Courtesy of the artist and Tanya Leighton Gallery, Berlin

Nach oben

Wir freuen uns sehr, am 20. Juni mit Associations die erste Einzelausstellung von John Smith im Rheinland zu eröffnen. Zuletzt ist er hier in 2009 in einer Gruppenausstellung in der Temporary Gallery, Köln zu sehen gewesen, 2010 nahm er an der Berlin Biennale teil.

Neben Lost Sound, ein zwischen 1998–2001 in Zusammenarbeit mit Graeme Miller entstandenes Video, zeigen wir mit Associations (1975) und The Black Tower (1985–87) zwei weitere, frühere Arbeiten.

In Lost Sound sehen wir Fragmente von Tonbänder, die in Hackney, einem von vielen Immigranten bewohnten Stadtteil im Nordosten Londons, an Bäumen oder Zäunen hängen oder in Rinnsteinen liegen. Die Bilder von den Tonbändern sind mit Unterhaltungsmusik vor allem aus Afrika oder Asien untermalt, wobei wir natürlich keine Garantie dafür haben, daß die zu hörenden Klänge tatsächlich den gerade in den Bildern gezeigten Tonbändern entnommen sind. Vielmehr sind "Signifikat und Signifikant [auf spielerische Weise] voneinander getrennt" (Ian Christie, Englischer Exzentriker, S. 209). Während aber zu Anfang des Videos der "dokumentarische", authentische Charakter überwiegt und suggeriert wird, hier sei vor allem ein wirklichkeitsnahes Abbild der Wirklichkeit zu sehen (und zu hören), wird im Verlaufe des Filmes die ästhetische Verfremdung, die Rhythmisierung und Manipulation des Gesamteindrucks von Bild und Ton immer deutlicher. Mit den vermeintlich dokumentarischen, aber immer intensiver und aufeinander abgestimmt strukturierten Bildern und Tönen schafft Smith eine quasi-narrative Bildfolge, die sich mit dem Drehort und seiner Bevölkerung auseinandersetzt.

Associations spielt nicht mit Assoziationen, die Musik in uns hervorruft (und uns an die Immigranten denken läßt, die ein neues Leben im Londoner East End beginnen konnten), sondern vielmehr mit Assoziationen, die die englische Sprache, vor allem wenn sie gesprochen wird, in ihrer Uneindeutigkeit anstößt (zum Beispiel bei den Wortpaaren "to / two" oder "generally / General"). Eine didaktische, monotone Stimme liest einen Text des amerikanischen Psycholinguisten Herbert H. Clark über die Prinzipien des assoziativen Wortspiels laut vor. Smith unterlegt diesen Text mit einer schnellen und immer schneller werdenden Folge von Bildern, die assoziativ auf einzelne Worte und deren Silben bezogen sind, so daß die Ambiguitäten der Sprache untersucht und alternative Bedeutungen für diese sprachlichen Fragmente vorgeschlagen werden: "Es kommt dabei zu urkomischen Wort-Bild-Kombinationen, die sich nicht immer sofort erklären, wenn zum Beispiel unvermittelt ein Esel, eine Nähmaschine oder eine Horde reitender Krieger im Film erscheinen. Die hohe Geschwindigkeit der Bildfolge führt dazu, daß der Betrachter inhaltlich recht bald den Anschluss verliert und sich verstärkt auf die audiovisuellen Reize des 'Association Games' konzentriert" (Ingo Clauß, Association Games, S. 11).

The Black Tower, der dritte Film, den wir zeigen, hat eine – im Vergleich mit den beiden oben beschriebenen Arbeiten – konventionelle Struktur. Ein schwarzer Turm scheint den Erzähler zu verfolgen und in eine psychische Zwangslage zu bringen: "Die Erzählung ist so einfach wie unheimlich: Ein Mann bemerkt einen schwarzen Turm, sieht ihn immer wieder von verschiedenen, weit auseinanderliegenden Stellen Londons aus und muss allerdings feststellen, dass er der Einzige ist, der diesen Turm sehen kann. Nach einem besonders unheimlichen Zusammentreffen mit dem Turm beschließt er, zu Hause zu bleiben und sich ihm auf diese Weise zu entziehen" (Kathrin Meyer, John Smiths The Black Tower: Nahaufnahmen des Unzeigbaren, S. 182f.). Geleistet wird dieses Psychogramm jedoch durch einfache Bilder, fast ausschließlich mit statischer Kamera gefilmt: "Ich sammelte eine Reihe von Bildern und schrieb dann eine Geschichte um sie herum. … Der Film sollte mit dem schmalen Grat zwischen dem Eintauchen in ein psychologisches Narrativ und dem Betrachten des Films als das, was er ist – eine materielle Konstruktion, eine Assemblage aus einem bunten Allerlei – spielen. Von daher bewegt er sich ganz langsam zwischen den vollkommen abstrakten Manipulationen von Bildern und einer ganz einfachen Erzählung hin und her" (John Smith in: Catherine Elwes und John Smith, Bild-Übertretungen, o.S.).

Für weitere Informationen und/oder Abbildungen, wenden Sie sich bitte an die Galerie.

Wir danken der Tanya Leighton Gallery, Berlin, für Ihre Unterstützung.

Nach oben

We are pleased to announce the opening of Sockel, Anna Malagrida's first solo exhibition in Berlin on June 28, 2013 at 7 pm.

In her exhibition, Malagrida shows photographs of the project Los Muros Hablaron (The Walls Spoke), in which she documents the social protest movements, like Movimiento 15M and Indignados, which occured in Spain in May 2011. Starting point of Los muros hablaron were blogs on the internet, which showed locations in Barcelona or Madrid where the demonstrations took place. As a first part of the project, the artist made notes of the texts, which the demonstrators had spray-painted and written on the walls in the streets. In a second part, Malagrida tried to find the actual places following the notes of her diary, but the day after those texts were already painted over or brushed away.

The photographs in our exhibition show socles of representative Spanish institutions such as banks, universities or political buildings on which only isolated traces of the texts are visible. It appears as though the written manifestations of anger and desperation disappear just as quickly as the mass of people that had occupied the streets only hours before. The project Los Muros Hablaron resists the elusiveness of censorship. The photographs from Malagrida transform the socles of the accused institutions into monuments of the protests and resistance. The chosen section emphasizes the materiality of the surface and allows the socles to emerge as stone sculptures.

For the exhibition Malagrida published a newspaper which illustrates all the locations that have been photographed by her. The places have been marked in maps and the texts that could be read are documented. Malagrida studied in Barcelona and Arles and has been living in Paris since 2004. She first gained international recognition with her photo-series Point de Vue (2006) and Vitrinas (2008/9) as well as numerous institutional solo and group exhibitions. A defining element of her work lies in her ongoing examination of other media like painting and sculpture through her motifs and the emphasis on materials, without her work loosing the specific qualities of the photography. However, Malagrida is not limited to these medium references, her work involves numerous and multi-faceted layers of meaning. Charged by a dialectic of the exterior and the interior, of brightness and darkness, the works of Malagrida explore the act of seeing in an esthetic as well as politic way.

For further information and/or images please contact the gallery.