Jose Dávila
<i>Das muss der Ort sein</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
Installation view
Jose Dávila
<i>Das muss der Ort sein</i>
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Jose Dávila
<i>Das muss der Ort sein</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Jose Dávila
<i>Das muss der Ort sein</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Jose Dávila
<i>Das muss der Ort sein</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Jose Dávila
<i>Das muss der Ort sein</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Jose Dávila
<i>Das muss der Ort sein</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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Jose Dávila
<i>Das muss der Ort sein</i>
Figge von Rosen Galerie, Cologne
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<i>Das muss der Ort sein</i>
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Am 6. September eröffnen wir im Rahmen der DC Open-Eröffnungen Das muss der Ort sein, unsere zweite Ausstellung mit dem mexikanischen Künstler Jose Dávila (geboren 1974 in Guadalajara, Mexiko), seine erste Ausstellung im Rheinland. Wir freuen uns, fünf Plastiken und drei seiner sogenannten Cut-outs zeigen zu können.

Cut-outs sind Arbeiten für die Dávila aus vergrößerten Reproduktionen von ikonischen Architekturen oder Kunstwerken die jeweiligen Objekte ausschneidet, um so unsere Phantasie oder unser kulturelles Gedächtnis anzuregen, die entfernten Objekte zu ergänzen, sich an sie zu erinnern. Durch die Rahmung, bei der die Bilder (oder was von ihnen stehengeblieben ist) zwischen zwei Gläsern gerahmt werden, entsteht gerade im Zusammenspiel mit der Leere eine räumliche Darstellung. Denn der Ausschnitt wirft einen Schatten auf die Rückwand des Rahmens, man könnte sagen: das eine abgebildete Objekt geht, ein neues kommt.
In unser aktuellen Ausstellung handelt es sich bei den entfernten Objekten um Kunstwerke, die in den letzten 60 Jahre entstanden sind, genauer um Skulpturen, bzw. Plastiken und Installationen von Giovanni Anselmo, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Alexander Calder, Anthony Caro, Liam Gillick, Michael Heizer, Norbert Kricke, Richard Long, Walter de Maria, Cildo Meireless, Bruce Nauman, Michelangelo Pistoletto, Richard Serra oder Tony Smith. Viele dieser Werke gehören mehr oder minder zum Kanon der Nachkriegskunst, selbst wenn wir nicht positiv wissen, wer der Urheber des entfernten Objektes war, so meint man als informierter Betrachter doch, die Arbeiten zu kennen und sie vor Augen zu haben. Im Zusammenspiel aus Leerstellen und Erinnerung wird bewußt, mit welchen teils sehr vergleichbaren Themen sich diese gleichzeitig sehr vielfältig arbeitenden, internationalen Künstler auseinandergesetzt, welche künstlerischen Strategien sie verfolgt haben.

Auf eine andere Weise um die Erinnerung an moderne / minimalistische / post-minimalistische oder "povere" Skulptur geht es auch bei den fünf Plastiken, die Dávila für unsere Ausstellung geschaffen hat. Allerdings ist es eine ganz lose Erinnerung, ein Assoziieren oder Aufgreifen von Elementen und Strategien, und nicht ein konkretes Zitieren. Anders also als in einigen seiner früheren Arbeiten, bei denen Dávila sich Formen und Ideen aneignet (appropriiert) hat, um sie dann zu variieren und zu entwickeln, ist es hier mehr eine Renaissance von skulpturalen Möglichkeiten, die auf sehr zeitgenössische Art und Weise umgesetzt werden. Dominant ist dabei das Thema der Linie im Raum, die Verknüpfung von Zeichnung und der dritten Dimension. Während die Arbeit You've Gotta Hold On to What You Got anthropomorph ist und an eine stehende Figur erinnert, läßt Nobody Knew What Happened While I Was Away an so verschiedene Künstler wie Anthony Caro oder Norbert Kricke denken.

Und wenn man die zwei ineinander verschränkten "Kreise" von Principle of Understanding sieht, dann ist die vor dem Hauptgebäude der Deutschen Bank in Frankfurt am Main stehende Marmorskulptur Max Bills, Kontinuität, natürlich ein Hintergrund vor dem sich Dávilas Werk und sein Interesse für die spielerische Dekonstruktion einer fast mathematischen Geometrie, die früher immer wieder zu sehen war, verstehen läßt. Diese Assoziationskette ließe sich im Zweifel lange fortsetzen, nur zwei konkrete Künstler seien hier noch genannt: Richard Serras Nutzung der Schwerkraft wird in Imperfect Circle gespiegelt, Alexander Calders ausgreifende Mobiles und Stabiles scheinen in The Rules of Attraction auf.
Allen dreidimensionalen Arbeiten aus unser Ausstellung ist schließlich die Freude an farblichen Kombinationen gemeinsam und diese Bereitschaft, – neben der räumlichen Komposition und dem "modernistischen" Spiel von Ausgewogenheit und Balance – die Farbe selbst in den Vordergrund zu stellen, läßt wiederum an Max Bill und dessen Farbsäulen, Konstellationen, denken.

Das muss der Ort sein ist die Übersetzung des Titels des berühmten Talking Heads–Songs This Must Be the Place. In ihm geht es nicht zuletzt auch um Heimat und den Ort, an dem man sich zu Hause fühlt. Man könnte meinen, Dávila hätte uns mit This Must Be the Place und den zitierten und paraphrasierten Arbeiten angegeben, wo er sich als Künstler zu Hause fühlt ("Home is where I want to be" ist eine der Liedzeilen). Wichtiger für unseren Zusammenhang ist aber die Hervorhebung des Ortes, der für die Künstler seit dem zweiten Weltkrieg eine so entscheidende Rolle vor allem in ihren dreidimensionalen Arbeiten gespielt hat. Nicht die Darstellung, die gegebenenfalls "von allen Seiten schön" (Benvenuto Cellini) ist, sondern der Umgang mit dem Raum stand im Vordergrund und genau diesen Raum schafft und definiert auch Dávila mit seinen Arbeiten.

Für weitere Informationen und/oder Abbildungen, wenden Sie sich bitte an die Galerie.

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We inaugurate on September 6 during DC Open Das muss der Ort sein (This Must Be the Place), our second exhibition with the Mexican artist Jose Dávila (born 1974 in Guadalajara, Mexico). It is his first exhibition in the Rhineland. We are glad to show five sculptures and three of his Cut-outs.

Cut-outs are works for which Dávila cuts away the central objects from enlarged reproductions of iconic architectures or artworks in order to induce our imagination or cultural memory to complete the images. By framing these images (or what remains of them) between two sheets of glass, a new spatial image is created in particular by the voids. Because there is a shadow cast on the back of the frame. One could say: the depicted object leaves, a new object comes.
In our current exhibition the removed objects are artworks from the last 60 years, that is, sculptures and installations by Giovanni Anselmo, Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Alexander Calder, Anthony Caro, Liam Gillick, Michael Heizer, Norbert Kricke, Richard Long, Walter de Maria, Cildo Meireless, Bruce Nauman, Michelangelo Pistoletto, Richard Serra or Tony Smith. Many of these works belong to the canon of art history. Even if we do not immediately know who was the author of the removed object, we feel – as a knowledgeable viewer – that we know the works and that we have them in our mind's eye. The interaction of emptiness and memory leads to the viewer's awareness of the comparability of the topics and artistic strategies these internationally and – on the other hand – very differently working artists are working with.

The five sculptures Dávila has created for our show are another way of memorizing modernist, minimal, post-minimal and poor (in the sense of: Arte Povera) sculpture. However, it is a very loose memory, an association, a working with elements and strategies, and not a precise citation. Thus, here Dávila does not appropriate (and, in the following: varies and develops) forms and ideas other artists had before. It is rather a renaissance of sculptural possibilities that have been implemented in a very contemporary way. "Line" and "space" as well as the coaction of drawing and the third dimension are the dominating topics of these works. While the work You've Gotta Hold On to What You Got is anthropomorphic and reminds us of a standing figure, Nobody Knew What Happened While I Was Away lets us think of artists that are as different as Anthony Caro or the German Norbert Kricke.

And when we see the two entangled "circles" of Principle of Understanding, we could see the marble sculpture Continuity by Max Bill, that is standing in front of the Deutsche Bank's main building in Frankfurt, as a background of Dávila's work and his interest for a playful deconstruction of an almost mathematical geometry, that has played a large role in earlier sculpture. This chain of associations could be easily prolonged. However, only two further artists are mentioned: Richard Serra's use of gravity is mirrored in Imperfect Circle, and Alexander Calder's large mobiles and stabiles seem to be reborn in The Rules of Attraction. All three-dimensional works of the exhibition have in common the joyous combination of colors and the artist's willingness to put – besides the spatial composition and the modernist game of balance and equilibrium – the color itself in the foreground. And this again reminds us of Max Bill's color pillars, his Constellations.

This Must Be the Place is the title of a famous Talking Heads–Song. In it, David Byrne also talks about what it means to feel at home. One could think Dávila had shown us with the exhibition and the works he refers to his home as an artist ("Home is were I want to be" is one line from the song), the artistic house he is living in. More important for our exhibition, though, is the fact that with "this must be the place" the place itself, the space in which a sculpture exists is stressed. And, naturally, this space played a very important role in the art history of the last decades, wherever three-dimensional works were created. It is not the depiction of something that can be considered to be "beautiful on all sides" (Benvenuto Cellini), but working with the space and exactly this space is defined and created by Dávila's works.

For further information and/or images please contact the gallery.