<i>Infra-Mince</i>
Figge von Rosen Galerie, Berlin
Installation view
<i>Infra-Mince</i>
Figge von Rosen Galerie, Berlin
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Figge von Rosen Galerie, Berlin
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Figge von Rosen Galerie Berlin
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Figge von Rosen Galerie, Berlin
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Figge von Rosen Galerie, Berlin
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Figge von Rosen Galerie, Berlin
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Figge von Rosen Galerie, Berlin
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Wir freuen uns sehr, am 6. Dezember um 19 Uhr mit Infra-Mince die nächste Gruppenausstellung in unserer Berliner Galerie, zu eröffnen.

Der Begriff "Infra-Mince" geht auf Marcel Duchamp zurück, der zwischen 1934/35 und 1945 auf Schmierzetteln seine Beobachtungen und Ideen zu immateriellen Phänomenen festgehalten hat, die durch das Zusammenwirken von verschiedenen Ausgangsmaterialien entstehen. Auf den 46 handschriftlichen, 1980 von Paul Matisse herausgegebenen "Notes" beschreibt Duchamp etwa, wie eine Zeichnung auf einer beschlagenen Scheibe nach kurzer Zeit verschwindet aber durch erneutes Anhauchen wieder sichtbar gemacht werden kann. Dahinter steht das Programm einer Überschreitung der ästhetischen Dimensionen des Bildlich-Flächigen oder Figural-Räumlichen zugunsten einer Integration von Zeitlichkeit in die Bildlichkeit selbst. Zeitlichkeit meint hier aber gerade nicht eine lineare Zeitlichkeit, wie sie in der Videokunst oder der kinetischen Kunst relevant ist. Das Kunstwerk als zeitliches Medium zu verstehen bedeutet bei Duchamp, es nicht als abgeschlossene Verkörperung einer subjektiven Intention, nicht als Sujet einer Sichtbarkeit, sondern als Form der Sichtbarmachung zu begreifen. (vgl.Wetzel, Michael: http://www.inframedialitaet.de/?page_id=4)

In seinem Vortrag über den "kreativen Prozess" 1957 in Houston, Texas, hat Duchamp sich dann auch entschieden für die Unabgeschlossenheit künstlerischen Arbeitens eingesetzt, das in seiner "Differenz zwischen Intention und Realisierung" immer einen "Transfer" zwischen Künstler und Betrachter darstellt. Es geht dabei um eine dem Medium inhärente Struktur, die in diesem eine Handlungsmacht freisetzt, die das Bedeutete durch Kommunikation und Interaktion freisetzt. Folglich sind weder Künstler noch Betrachter alleinige Träger oder Verursacher dieses Freisetzens.

In unserer Ausstellung zeigen wir Arbeiten von Raphael Danke, Jose Dávila, Sofia Hultén, Julia Rommel, Mandla Reuter, Florian Schmidt und Javier Téllez, die sich, mit ihren Leerstellen, Schichtungen von Materialien, oder auch Aus-Schnitten strukturell auf "Infra-Mince" beziehen lassen.

Für weitere Informationen und/oder Abbildungen, wenden Sie sich bitte an die Galerie.

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The term infra-mince refers to Marcel Duchamp, who – between 1934/35 and 1945 – took little notes of his studies and thoughts on immaterial phenomena, which result from interrelations of distinct materials. On 46 handwritten notes, which were published 1980 by Paul Matisse, Duchamp described f.i. the difference between reality and appearance for our perception: like, if you breath on high gloss surfaces a patch of vapor shows, on which you can make a drawing. When the vapor disappears the drawing disappears as well, but when you breath again it becomes visible again. These notes are strongly connected with a program to trascend the aesthetic dimension of the plane-pictorial or figurative-spatial representation towards an integration of temporality in to representativeness. Temporality, however, is here not meant as a linear temporality, which is relevant in videoart or kinetic art. To understand an artwork as a temporal medium means, in the understanding of Duchamp, not to conceive it as a terminated materialisation of a subjective intention but as a form of visualization. (cf. Wetzel, Michael: http://www.inframedialitaet.de/?page_id=4)

In his lecture about the "creative act" 1957 in Houston, Texas, Duchamp decidedly stood up for the unfinished process of artistic production, which always exposes, through the difference between intention and realization, a transfer from the artist and the viewer. The point here is an inherent structure of the medium, which unleashes an inner agency setting free the significate through communication and interaction.

Thus neither the artist nor the viewer are the exclusive vehicle or founder of this release. In our exhibition we show works by Raphael Danke, Jose Dávila, Sofia Hultén, Julia Rommel, Mandla Reuter, Florian Schmidt and Javier Téllez, which can be related structure-wise with their vacancies, stratifications of materials or cut-outs to the infra-mince notes by Duchamp.

For further information and/or images please contact the gallery.