Silke Albrecht

Silke Albrecht (*1986 in Soest, lebt und arbeitet in Düsseldorf) studierte an der Kunstakademie Münster bei Prof. Michael van Ofen und graduierte in 2015 als Meisterschülerin von Prof. Andreas Gursky an der Kunstakademie Düsseldorf. 2011 bekam sie ein Stipendium der Best-Gruppe-Düsseldorf, 2013 eines der Apotheker und Ärztebank und 2017 erhielt sie von der Bronner Residency und Kunststiftung einen Platz als Artist in Residence in Tel Aviv.

Zentral für Silke Albrechts Arbeiten ist – auf der einen Seite – die Beschäftigung mit malerischen Prozessen und vielfältigen Techniken, mit Bild-, Abbildungs- und Bedeutungsfunktionen im Rahmen von Malerei – wahlweise figurativ oder abstrakt. Dabei bricht sie mit einfachen Wegen, ihre Werke sind multifokal und damit auch auf verschiedenen Ebenen zu lesen. Auf der anderen Seite ist Albrechts Œuvre auf inhaltlicher Ebene unter anderem geleitet von der Auseinandersetzung mit dem Verlust eines einheitlichen Weltbildes im Kontext zeitgenössischer geologischer, ökologischer und geopolitischer Probleme. So können die Gemälde als Manifeste einer kritischen – im doppelten Sinne von kritisierend und analysierend – Haltung gegenüber anthropozentrisch geprägten Sichtweisen auf die Welt verstanden werden. Diese Haltung zeigt sich auch in ihren Bildtiteln bzw. jenen ihrer Bildserien (nur ein Beispiel: Shattered Earth). Es handelt sich bei den abstrakten Werken nicht um allein mit dem Pinsel auf Leinwand gemalte Formen und Farben. Vielmehr arbeitet Albrecht u.a. auch mit Mitteln der Collage, der Assemblage sowie des Nähens und Stickens. Sie schüttet, sie wischt, sie zeichnet auf die Leinwand. Entscheidend aber ist, dass es hier einerseits um malerisch-ästhetisch hoch wirksame, eindrucksvolle und überzeugende Bilder auf Leinwand geht, die die Zweidimensionalität der Leinwand teilweise Relief-artig überschreiten und andererseits um die Freude an der Schaffung dieser Werke. Mit dem beschriebenen Inhalt steht dies insofern in Verbindung, als Albrecht nicht Objekte darstellt oder abbildet, sondern vielmehr ganz konkret schafft. Sie bringt sich als Akteurin ein, nicht als distanzierte Darstellende. Die Kreation als eigentlicher Akt, der das Bild (die Bildwelt) hervorbringt.

Während Albrecht in ihre abstrakten Leinwände regelmäßig figurative Darstellungen integriert, die auf Inhalte verweisen, die für sie in dem bestimmten Moment der Entstehung der Werke eine Rolle spielten (man kann hier beispielhaft die Serie stay private nennen), existieren auch fotorealistisch gemalte Bilder von Pflanzen, die direkt die von Albrecht thematisierte Natur zeigen.

Silke Albrecht (*1986 in Soest, lives and works in Düsseldorf) studied at the Kunstakademie Münster with Prof. Michael van Ofen and graduated in 2015 as a master student of Prof. Andreas Gursky at the Kunstakademie Düsseldorf. In 2011 she received a scholarship from Best-Gruppe-Düsseldorf, in 2013 one from Apotheker und Ärztebank, and in 2017 she was selected by the Bronner Residency and Art Foundation to be their artist in residence in Tel Aviv.

Fundamental to Silke Albrecht’s work is – on the one hand – a preoccupation with painterly processes and diverse techniques, with pictorial, representational and signifying functions within the framework of painting – be it figurative or abstract. In doing so, she departs from simple paths; her works are multifocal and thus can be read on different levels. On the other hand, Albrecht’s œuvre is guided on the level of content by an examination of the loss of a unified worldview in the context of contemporary geological, ecological, and geopolitical problems. Thus, the paintings can be understood as manifestos of a critical – in the double sense of criticizing and analyzing – approach towards anthropocentric views of the world. This standpoint is also reflected in the titles of her paintings or those of her series of paintings (like, for example, shattered earth). The abstract works are showing forms and colors not only painted with a brush on canvas. Rather, Albrecht also works with means of collage, assemblage, and sewing and embroidery, among others. She pours, she wipes, she draws on the canvas. But what is decisive here is that it is about painterly-aesthetically highly effective, impressive and convincing images on canvas, which sometimes even transcend the two-dimensionality of the canvas (like a relief) and about the joy of creating these works. To the content described above this is related in that Albrecht does not represent or depict objects, but rather creates in a very concrete way. She brings herself in as an actor, a performer. Creation as the actual act, that brings forth the image (the pictorial world).

While Albrecht integrates figurative representations into her abstract canvases, which refer to the contents that played a role for her at the particular moment when the works were created (we can think of the series stay private) there are photorealistically painted pictures of plants, which directly show the nature addressed by Albrecht.