Ignacio Uriarte

Ignacio Uriarte (*1972 in Krefeld, lebt in Berlin) hat, bevor er Künstler wurde, Betriebswirtschaftslehre studiert und auch in diesem Bereich gearbeitet. Abgesehen von einem kurzen Studium der Audiovisuellen Kunst in Guadalajara, Mexico (1999-2001), hat er sich mit Kunst vor allem in den Phasen beschäftigt, die Joseph Beuys garnicht kannte: „ich kenne kein Weekend.“ Zu einem bestimmten Moment jedoch hatte sich Uriarte an den Schreibtischen, an denen er als Betriebswirt saß, genug gelangweilt. Und er hat sich, wie man mit Jennie, dem berühmtem Hund aus Maurice Sendaks Buch Higgelti Piggelti Pop! Oder es muß im Leben mehr als alles geben sagen kann, vorgestellt, daß es im Leben mehr als alles geben muß, mehr als zum Beispiel die Sicherheit als Angestellter und profaner Besitz,und daß er daher einen anderen Weg, den der Kunst nämlich, gehen wollte. Entsprechend hat er 2003 umgeschaltet und wurde ein professioneller Künstler, der sich in seinem Werk in allen denkbaren Medien mit der Welt des Büromaterials und der dort benutzten und verarbeiteten Materialien auseinandersetzt. Diese Werke erörtern Fragen zu Zeit, Struktur, Ordnung und Monotonie ebenso wie das kreative Potenzial in scheinbar ineffizienten Prozessen, wenn beispielsweise während eines Gesprächs auf den Block gekritzelt wird. Durch seinen konzeptuellen Ansatz sowie die Verwendung von Materialien aus dem Büroalltag schlägt der Künstler eine dadaistisch anmutende Brücke zwischen Arbeits- und Kunstwelt.

Uriarte konnte seine Arbeiten bereits in einer großen Vielzahl von institutionellen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit zeigen; institutionelle Sammlungen, die über Arbeiten von ihm verfügen, sind – unter anderem – die Colección La Caixa (Barcelona), die Berlinische Galerie (Berlin), das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland (Bonn), die DZ Bank Kunstsammlung (Frankfurt/Main), das Museum Ludwig (Köln), die Kunstmuseen Krefeld, das Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y Leôn (MUSAC; Leon), die Colección del Banco de España (Madrid), die Colección JUMEX (Mexico City), die Städtische Galerie im Lenbachhaus (München).

Ignacio Uriarte (*1972 in Krefeld, lives in Berlin) studied business administration before he became an artist and he also worked in this field. Apart from a brief period of audiovisual art studies in Guadalajara, Mexico (1999-2001), he has dealt with art mainly in the phases that Joseph Beuys did not know: “I know no weekend.” At a certain moment, however, Uriarte had become bored enough at the desks where he sat as a business administrator. And he got to thinking, comparable to Jennie, the famous dog in Maurice Sendak’s book Higglety Pigglety Pop! or There Must Be More to Life, that there must be indeed more to life than, for example, the certainty as an employee and mundane possessions, and that he therefore wanted to take a different path: that of art. Accordingly, in 2003 he changed course and became a professional artist, whose work deals with the world of offices and the materials used and processed in them in every conceivable medium. These works discuss issues of time, structure, order, and monotony as well as the creative potential in seemingly inefficient processes, such as scribbling on a notepad during a conversation. Through his conceptual approach as well as the use of materials from everyday office life, the artist builds a Dada-like bridge between the world of work and the world of art.

Uriarte has been able to show his work in a wide variety of institutional solo and group exhibitions worldwide; Institutional collections that have works by him include – among others – the Colección La Caixa (Barcelona), the Berlinische Galerie (Berlin), the Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, the Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland (Bonn), the DZ Bank Kunstsammlung (Frankfurt/Main), the Museum Ludwig (Cologne), the Kunstmuseen Krefeld, the Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y Leôn (MUSAC; Leon), the Colección del Banco de España (Madrid), the Colección JUMEX (Mexico City), the Städtische Galerie im Lenbachhaus (Munich).

Ignacio Uriarte

Form und Farbe / Analyse und Synthese
September 9 – November 4, 2017